pferde


Chanel del Luxe

15.4.1992 Hannoveraner

 

 

Unser Omi, eine wunderschöne Hannoveraner Elite Stute, die Dressur S ausgebildet wurde. Dann kam sie zu einem Mädchen, die Military mit ihr machte und landete schliesslich vor ein paar Jahren bei mir, weil sie ein extremer Kleber wurde (alleine nicht aus dem Stall zu bringen, nur in Begleitung von anderen Pferden war ausreiten noch möglich) und sich immer schlechter fahren liess.

Sie ist ein unauffälliges Pferd, das sehr genau zeigt, was sie mag und was nicht. Sie ist freundlich im Umgang, lässt sich gern betüddeln, putzen, sie liebt lange Spaziergänge in Begleitng von andern Pferden und marbeitet gerne etwas auf dem Platz- zeigt da ihre wunderbare Eleganz. Nur - sie verträgt es kaum, alleine zu sein. Alleine vom Stall weg gehen ist unmöglich, da wird sie zum Berserker, Panisch fängt sie an rumzuspringen und ist kaum mehr ansprechbar. Zudem hat sie, je älter sie wird, mehr Platzangst im Hänger- oder solche Angst vor dem Alleine sein, dass sie schon mehr als einen Hänger zerstört, auch mit mehrfacher Dosis des Sedativ, was normalerweise jedes Pferd ruhigstellt. Die letzten Jahre wurde sie nur mit einem Zweitpferd als Begleitung zum neuen Ort gelaufen oder mit der Grosstierambulanz gefahren, wo ein Tierarzt mitfuhr und sie ständig sediert hielt.

 

Bei 'neuen' Leuten probiert sie immer erst kräftig aus, wer wohl das Sagen hat. Wenn jemand zu rigoros einfährt wird sie sauer - macht den Laden dicht und ist kaum mehr ansprechbar, wenn jemand 'zu undefiniert ist' macht sie was sie will - ist also eigentlich ein ganz normales Pferd. ;-)

Mittlerweilen macht sich das Alter bemerkbar, sie wälzt sich zwar noch sehr gerne, legt sich aber nicht mehr länger hin, wohl weil es zwiept und zwickt beim Aufstehen… so döst sie im Stehen und kippt dann immer wieder fast um (Narkolepsie, eine Form davon) Immer wieder müssen kleinere Schrammen verpflegt werden, sie bekommt viel Zusatzfutter um in Form zu bleiben verschiedene Futterzusätze, damit sich ihre Altersgebrechen möglichst in Grenzen halten. Sie ist immer im Doppelpack mit Sarah undterwegs- die zwei älteren Damen verbindet eine tiefe Freundschaft!

 


Shiva Nancy LAP

31.3.2001 Selle Français

 

Sie kam in desolatem Zustand eher zufällig zu mir, da ich eigentlich einen Wallach aus dem selben Stall adoptierte und um die kleine nicht alleine zurückzulassen AShiva auch noch mit einlus….sie sah aus wie ein Jährling mit Würmern, die Hufe komplett vernachlässigt, zwei Milchzähne waren so zur Seite geklapp, dass sie ins Zahnfleisch stachen und durch das benutzte Gebiss zusäzlich ins entzündete Zahnfleisch gequetscht wurden, mit unpassendem Sattel und einem schweren psychischen Knacks. Sie griff mich im Roundpen auf den Hinterbeinen an, rannte jedes Mal mit Halfter und Seil auf die Weide (unhaltbar auch wenn man vorbereitet war) und liess sich nicht mehr einfangen.... von Reiten war schon gar nicht die rede- so desolat wie die aussah...

 

Nach intensiven medizinischen Behandlungen, Zähne ziehen, Hufe machen, viel Vertrauensarbeit und aufpäppeln wurde aus dem Würmchen eine wundervolle, stolze Stute. Die Züchter lebten in der Nähe und kamen sie immer wieder besuchen. Sie freuen sich bis heute über gelegentliche Bilder und Informationen und kommen sie nach wie vor alle paar Jahre besuchen. Sie ist mein 'Elitepferdchen' sie ist hochintelligent, hoch sensibel und verdammt charakterstark. Eine nicht ganz einfache Kombination.

 

Nach einer solieden Grundausbildung habe ich zweimal versucht Shiava zu platzieren- beide Male kam sie ziemlich bald wieder zurück und danach durfte eine Weile niemand fremdes mehr in den Stall kommen, da sie ‘Interessenten’ witterte und sich von ihrer schlechtesten Seite zeigte- sie begannzu beissen und zu schlagen. Da entschied ich (mit ihr) dass sie bis zu ihrem Lebensende bei mir bleiben dürfe. Seit da ist nie mehr unfreundlich gegen Fremde gewesen und hat sich sichtlich entspannt.

 

Sie wird manchmal geritten (die letzten Jahre nur sehr selten) Wenn dann sind wir meistens ‘nackt’ unterwegs (ohne Sattel, Eisen oder Gebiss) so haben wir sogar schon mehrere Patroullienritte absolviert, wo uns die Menschen als komplette Exoten/Idioten angeschaut haben, bis sie sahen, wie freudig und geschickt Shiva mitmachte, dann wollten sie plötzlich alle kaufen. Wenn Shiava etwas nicht passt, oder sie findet, man sei nicht fair mit ihr gewesen dann hat man keine Chance. Madame stellt keinen Fuss mehr vor den andern. So durfte ich schon Stunden im Regen vor dem Pferdehänger stehen mit ihr, Ich hatte andere Pferde nach Hause gebracht und sie meinte wohl ich lasse sie zurück- sie liess es mich dann spüren….

 

Shiva ist erstaunlicherweise seit sie bei mir ist, unwidersprochen die Chefin. Sie ist unglaublich stark und präsent. Sie ist ein ganz besonderes Pferd.


Sarah de la noble Hayé
Jahrgang 1995

 

Sarah kam nach einem verzweifelten Telefon einer Bekannten zu mir, die einen Beisteller zum Reiten aufgenommen hatte.
Anstelle der drei Monate Probezeit die vereinbart war, kamen die Vorbesitzer mit Anhänger in dem das Pferd an allen vier Füssen angekettet war und einem Papier zum Übertragung der Stute mit den Worten: "Bring sie in die Metzg wenn‘s nicht geht, da hätten wir sie auch hingebracht, wenn du dich nicht gemeldet hättest."

Die Stute griff jeden an, der in die Boxe wollte, liess sich nicht anhalftern, biss und schlug um sich. Nach vier Tagen war meine Bekannte so ratlos, dass sie mich um Hilfe bat und ich das Pferd abholte.
Von mir liess sie sich wohl führen und versorgen, sie war aber das erste Jahr immer wieder krank (undefinierbar, Ausschläge, wildes Fleisch, Hufabszesse, Pilze....) und liess sich von niemand anderem anfassen oder versorgen.
Mittlerweilen ist sie stabil, aufgeschlossen und hat in Chanel ihre Freundin fürs Leben gefunden, oft sind sie im Zweierpack unterwegs, zu zweit fühlen sie sich beide sicher.

Sarah hat aber alle paar Tage, wenn man 'etwas von ihr will' (das kann Anhalftern sein, Hufe machen....) Flashbacks wie ein Kriegsveteran. Das heisst, sie rollt die Augen, lässt sich kaum noch ansprechen, beisst reflexartig massiv zu, schlägt gezielt aus, steigt, wird sehr nervös oder wird so panisch, dass sie über jeden, der ihr im Weg steht drüber rennt- ich kann sie in solchen Situationen (fast) immer am Boden halten, es ist aber schlicht zu gefährlich irgendwas mit ihr zu machen, solange die Gefahr solcher Flashbacks besteht.
Zudem ist sie sehr launisch - es gibt Tage, da darf ich sie putzen und ihr die Hufe auskratzen, an anderen beisst und schlägt sie - meist aus heiterem Himmel - mit gerollten Augen - kurz danach steht sie da, guckt einen an und erschrickt in Erwartung der Schläge, die sie wohl vorher meist bekam. 
An den 'guten Tagen' kommt sie, möchte im Kreuz massiert werden, möchte Klickern und ist mächtig stolz darauf, wenn sie was kann oder ist einfach nur freundlich präsent. Sie kommt und schmust ungalublich gerne, lässt sich an den Ohren Kraulen und geniesst sichtlich entspannt.
Wir haben uns arrangiert, an guten Tagen wird sie versorgt, an schlechten Tagen darf sie ihre eigenen Wege gehen und so kommt in ganz kleinen Schritten ein immer freundlicheres entspanntere Pferd zum Vorschein - aber die Narben am Körper werden bleiben, die in der Seele auch.
Sie ist mittlerweile 22Jahre alt, reagiert bei feuchtem Wetter im Kreuz, ist manchmal etwas steif, und braucht da immer mehr zusätzliche Aufmerksamkeit. Vor einem jahr hat sich eine Junge Frau gemeldet die als Jugendliche Sarahs Reiterin war- und kam sie besuchen. Was für eine Freude- Sahra hat sichtlich gestrahlt als sie begriff wer da vor ihr stand. Das war unglaublich mitanzusehen. So kommt diese junge Frau immer wieder zu Besuch und Sahra freut sich jedes Mal sichtlich!

 

* Hat eine Kleinstpatenschaft


Chiara

 10.4.2006 Schweizer Warmblut

 
Chiara ist das Küken im Stall. An einem Freitag abends hatte ich Besuch von einer Befreundeten Tierschützerin, welche mich fragte ob ich ev noch eine Stute aufnehmen könnte, die sollte am Montag wohl geschlachtet werden.

 

 Die Stute habe mal einen Feldtest gemacht (Mit 4j für die Prüfung kurz eingeritten, seither nicht mehr- das heisst sie ist unausgebildet in einem Alter wo andere mindestens die Sekundarschule abgeschlossen haben), danach hatte sie mehrere Fohlen und ein behütetes Leben auf einem Hof. Da der Bauer seinen Bestand verkleinern musste (Pensionierung) musste Chiara ausziehen. Eine Nichte und eine Pensionärin haben sich stark für Chiara eingesetzt und konnte sie mit Hilfe einer anderen Tierschutzgruppe zur Probe platzieren. Leider zeigte sich sehr schnell, dass Chiara mit so viel Neuerungen im Leben nicht so gut klar kam und sehr ängstlich, fast hysterisch auf sämtliche Reize und neuen Situationen reagierte. Die Interessentin war mit so einem herausfordernden Pferd überfordert und so hätte Chiara zurücksollen.  Dummerweise war ihr Platz wiederbesetzt worden und so hätte Chiara, ganz pragmatisch den Weg in den Himmel antreten sollen- wären da nicht die zwei engagierten Frauen gewesen, die sich bis in alle Nacht die Finger wundtelefonierten und schrieben um einen Platz für Chiara zu finden. Am Samstag sprach ich mit der einen und Sonntag fuhr ich mit gepacktem Hänger los um die mir unbekannte Stute abzuholen und ‘nach Hause’ zu bringen.

 

Sie machte es mir nicht leicht. Chiara war wohl durch die ganzen Zügelaktionen so verunsichert, dass sie alle Zäune durchbrach um nur in der Nähe der anderen Pferde stehen zu dürfen- so integrierte sie sich (gar nicht nach Lehrbuch und für mich mit mehreren Freinächten verbunden in denen ich beobachtete um eingreifen zu können, wenn nötig). Danach war sie dauerrossig (wohl stressbedingt) bekam eine Euterentzündung bei der sie fast sterben wollte und brauchte wie alle Neuankömmlinge erst mal eine ausgiebige Einstandsbehandlung mit Zahnbehandlung, Hufkorrektur usw.

 

Mittlerweilen ist sie in der Herde angekommen. Sie ist unglaublich verschmust und liebt es ausgiebig gekrault und gehätschelt zu werden. Nach wie vor behandeln wir ihre Rosse, die unbehandelt so heftig ist, dass sie gemobbt wird. Chiara zeigt sich als sehr speziellen Charakter. Einerseits ist sie unerschrocken frech, manchmal schon fast Naiv um dann im nächsten Moment komplett übertrieben auf etwas sehr Unwichtiges zu reagieren. So hüpft sie schon mal wegen einem sich bewegenden Blatt in den Zaun, der- ach so eine Überraschung- immer noch am selben Ort steht wie immer. So ist sie unsere kleine Schreck-Fee, die noch viel Gelassenheit lernen darf, in ihrem Tempo und mit so viel Zeit wie sie dafür braucht. Die eine junge Frau welche sich so für Chiaras Rettung einsetzte kommt sie regelmässig besuchen und ist zu einer Freundin geworden.

 

*Hat eine Teilpatenschaft